I wanna be loved by you…

(GER/ENG)
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Am 24. November 2016 habe ich in Amsterdam am „Walk like Marilyn“ Contest der Nieuwe Kerk Amsterdam sponsored by Top Vintage Retro Boutique und Madame Tussauds teilgenommen. Das war nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern bedeutete mir auch persönlich außerordentlich viel, da Marilyn Monroe mich seit dem Jugendalter wirklich stark geprägt und beeinflusst hat. Sie war meine erste große Liebe, mein Idol und Vorbild. Die Wände meines Mädchenzimmers waren komplett tapeziert von Postern von ihr und James Dean, meine zweite große Liebe, den ich am liebsten geheiratet hätte, wenn er nicht bereits verstorben gewesen wäre… 😉 Jeden Schnipsel habe ich von den beiden Stars gesammelt und ausgeschnitten, jeden Film bis ins Detail studiert.

Da ich nach der Trennung meiner Eltern beim Vater aufwuchs, war es für mich mit 13 Jahren sehr wichtig mich an einer weiblichen Rolle zu orientieren. Wen hätte ich mir da Besseres aussuchen können, als die Meisterin der Weiblichkeit – Miss Monroe, die mich lehrte, was es heißt eine Frau zu sein. Ich habe nicht nur fast all ihre Filme auswendig gekannt, ich hatte auch all ihre Bewegungen eingeübt, ihre Art zu reden bis sie irgendwann so verinnerlicht wurden von mir, dass sie in Fleisch und Blut übergingen.

Ich denke, diese Vorgeschichte spielt eine große Rolle dabei, dass ich später als Burlesque Tänzerin und Retro Pin Up Model den Weg in dieses Feeling der Zeit zurückfand.

Der Contest „Walk like Marilyn“ fand zeitgleich zur Ausstellung „90 Jahre Marilyn“ in der Nieuwe Kerk Amsterdam statt. Umso beeindruckender war es für mich authentische Filmkostüme, wie beispielsweise das berühmte weiße Kleid und weitere Requisiten von ihr dort ausgestellt zu sehen. Auch tatsächlich von ihr getragene falsche Wimpern sowie Auszüge aus ihrem Tagebuch waren dort zu bewundern.

Auch wenn ich den ersten Platz an diesem Tag leider nicht belegt habe, war es ein Erlebnis und eine Ehre für mich dort in dieser Rolle gegen, ich glaube insgesamt 13 bezaubernde Kandidatinnen unter ihnen u.a. auch professionelle niederländische Marilyn Doubles, anzutreten.

Hier einige Impressionen, mich findet Ihr bei 4,52 min. 😉

Here some impressions – find me at minute 4,52. 😉

On the 24th of November, 2016 I have participated at the „Walk like Marilyn“ contest of the Nieuwe Kerk Amsterdam sponsored by Top Vintage Retro Boutique and Madame Tussauds. This meant to me a lot, because Marilyn Monroe has influenced me strongly since my childhood. She really was my first love and my big idol. The walls of my girl’s room were completely wallpapered by posters of her and James Dean too. I have collected every scrap from both stars and have studied every film in every detail.

After the divorce of my parents, I grew up with my father and it really was very important for me to have a female example for my adult orientation. Who should be better for it, than Miss Monroe – a female Godess?

I think, this prehistory means a lot with the fact that I found the way into Burlesque Dancing and Retro / Pin Up modeling later.

The contest „Walk like Marilyn“ took place at the same time to the exhibition „90 years of Marilyn“ in the Nieuwe Kerk Amsterdam. The more impressively it was for me to see her authentic film costumes, like the famous white dress and other equipment of her there issued. Also authentic wrong eyelashes as well as extracts from her diary were to be admired there.

Even if I have not won the first place unfortunately, it was a pleasure for me to run with all this beautiful Ladies and between professional Dutch Marilyn Doubles this day… ❤

All that Burlesque…

All that Burlesque...

In der vergangenen Woche war ziemlich viel los. Ich hab eigentlich täglich schreiben wollen und kam zu nichts. Letzten Mittwoch war ich im Rahmen des Frauenfilmfestivals bei einer Filmvorführung von Exposed, wo die New Yorker Burlesqueszene, besonders im Slipper-Room portraitiert wurde. Für mich beindruckend und schockierend zugleich – mit den Attributen, die mich besonders beim Burlesque faszinieren, hatte das dort nicht viel gemein. Es ging sehr wenig um Nostalgie und die Darsteller schienen dafür umso mehr eine provokative Gewichtung auf ihre Geschlechtsteile zu legen, mit denen sie auch völlig blank zogen. Zwar war bei den Performances immer noch mehr „Handlung“ oder eher politische Provokation vorhanden, als bei einem gewöhnlichen Strip – aber mir gings für meinen Geschmack teilweise doch zu trashig zu. Auch recht hart mitunter, so hat sich jemand z.B. auch auf offener Bühne die Geschlechtsteile getackert, wo ich garnicht hingucken konnte…

Ob das schlussendlich überhaupt Burlesque ist oder eben nur nach New York passt, da lässt sich drüber streiten… Interessant wars allemal, zumal die Burlesquetänzerin Bunny Love vor Ort anwesend war und vor und nach dem Film eine Live-Performance darbot.

Alles in Allem regte es mich zum Nachdenken an und das wollte es wohl auch. Einiges fand ich sehr unterstützenswert – z.B. den eigenen Körper zu feiern, auch abseits der Schönheitsnorm ist sicher eines davon. Und um das Spiel mit den Geschlechterrollen auf der Bühne geht es beim Burlesque ganz bestimmt und ich habe mich gefragt, was ich eigentlich ausdrücken will in meinen Nummern und ob es da so etwas wie einen „roten Faden“ gibt, der sich jenseits der verschiedenen Facetten und Rollen, die ich auf der Bühne einnehme, durch alle Nummern hindurchzieht. Ich denke, es lässt sich sagen, dass bei meinen Shows vorallem Sinnlichkeit und „ihre“ letztendliche Befreiung nahezu immer eine große Rolle spielen…

Dazu fällt mir folgendes Zitat von Mark Twain ein:

Dance like nobody’s watching.
Love like you’ve never been hurt.
Sing like nobody’s listening.
Live like it’s heaven on earth

Sich von den gesellschaftlichen Konventionen zu befreien und dabei ist es egal ob es um Tanz, Essen oder Sex geht und mit Feuer und Leidenschaft und allen Sinnen lebendig zu sein, denn das Jetzt ist alles was wir haben, auch immer unter Einbezug der Vergänglichkeit der Dinge – ich denke, das ist das, was ich mit meiner Kunst ausdrücken will. Und Burlesque bietet sich da als Gestaltungsform hervorragend für an – natürlich immer mit einem gewissen Hang zur Selbstironie und Nostalgie, die so schön werden kann, dass es fast weh tut… ❤