All that Burlesque…

All that Burlesque...

In der vergangenen Woche war ziemlich viel los. Ich hab eigentlich täglich schreiben wollen und kam zu nichts. Letzten Mittwoch war ich im Rahmen des Frauenfilmfestivals bei einer Filmvorführung von Exposed, wo die New Yorker Burlesqueszene, besonders im Slipper-Room portraitiert wurde. Für mich beindruckend und schockierend zugleich – mit den Attributen, die mich besonders beim Burlesque faszinieren, hatte das dort nicht viel gemein. Es ging sehr wenig um Nostalgie und die Darsteller schienen dafür umso mehr eine provokative Gewichtung auf ihre Geschlechtsteile zu legen, mit denen sie auch völlig blank zogen. Zwar war bei den Performances immer noch mehr „Handlung“ oder eher politische Provokation vorhanden, als bei einem gewöhnlichen Strip – aber mir gings für meinen Geschmack teilweise doch zu trashig zu. Auch recht hart mitunter, so hat sich jemand z.B. auch auf offener Bühne die Geschlechtsteile getackert, wo ich garnicht hingucken konnte…

Ob das schlussendlich überhaupt Burlesque ist oder eben nur nach New York passt, da lässt sich drüber streiten… Interessant wars allemal, zumal die Burlesquetänzerin Bunny Love vor Ort anwesend war und vor und nach dem Film eine Live-Performance darbot.

Alles in Allem regte es mich zum Nachdenken an und das wollte es wohl auch. Einiges fand ich sehr unterstützenswert – z.B. den eigenen Körper zu feiern, auch abseits der Schönheitsnorm ist sicher eines davon. Und um das Spiel mit den Geschlechterrollen auf der Bühne geht es beim Burlesque ganz bestimmt und ich habe mich gefragt, was ich eigentlich ausdrücken will in meinen Nummern und ob es da so etwas wie einen „roten Faden“ gibt, der sich jenseits der verschiedenen Facetten und Rollen, die ich auf der Bühne einnehme, durch alle Nummern hindurchzieht. Ich denke, es lässt sich sagen, dass bei meinen Shows vorallem Sinnlichkeit und „ihre“ letztendliche Befreiung nahezu immer eine große Rolle spielen…

Dazu fällt mir folgendes Zitat von Mark Twain ein:

Dance like nobody’s watching.
Love like you’ve never been hurt.
Sing like nobody’s listening.
Live like it’s heaven on earth

Sich von den gesellschaftlichen Konventionen zu befreien und dabei ist es egal ob es um Tanz, Essen oder Sex geht und mit Feuer und Leidenschaft und allen Sinnen lebendig zu sein, denn das Jetzt ist alles was wir haben, auch immer unter Einbezug der Vergänglichkeit der Dinge – ich denke, das ist das, was ich mit meiner Kunst ausdrücken will. Und Burlesque bietet sich da als Gestaltungsform hervorragend für an – natürlich immer mit einem gewissen Hang zur Selbstironie und Nostalgie, die so schön werden kann, dass es fast weh tut… ❤

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